GESCHICHTEN

einmal Dubai und zurück
Es begann am 18.03.2007 kurz vor Mitternacht, die Vorfreude auf meinen bevorstehenden Kurzurlaub in Dubai steigerte sich. Ich schaute auf die Uhr... es war bereits halb eins Morgens des neuen Tages, noch eine halbe Stunde bis Mo an der Tür klingeln würde um mich zum Flughafen zu fahren. Kurzentschlossen genehmigte ich mir noch ein Mixgetränk- den eisgekühlten 50%ìgen mit einem Schuß des Roten Bullen. Pünktlich um Eins klingelte es an der Tür- so jetzt nichts vergessen!! Mein Flugticket hatte ich in der Tasche, den Reisepass immer am Mann und auf einen ausgedruckten DIN A4 Blatt stand meine Hotel Reservierung- was kann da jetzt noch schief laufen?! Es war einfach unglaublich wie voll so eine Wartehalle sein kann. Ich hatte das Gefühl des es kaum ein Iraner über die Nowruz Feiertage im eigenen Land aushalten würde. Nachdem ich alle Hürden eines CheckIn hinter mir hatte kam zum schluss noch die Passkontrolle, die letzte instanz zur Freiheit. Mich beunruhigte nur das Arbeitstempo des Kontrolleurs in meiner Schlange- wäre ich einfach nur zum nächsten Schalter gegangen, aber nein man ist einfach zu gutgläubig!! So, endlich im Flieger. Jetzt nur noch ungefähr ein einhalb Stunden Flug und ich bin da. Im Hotel angekommen war ich sichtlich geschafft. Ich mußte mich aber noch ein paar Stunden gedulden bis ich mein Zimmer bekommen sollte. Ich beschloss erstmal die nähere Umgebung abzulaufen...vielleicht hat ja schon irgendwo ein Geschäft auf. Überzeugt von dieser Meinung zog ich los. Einige Zeit später kehrte ich ins Hotel zurück- wie konnte ich nur glauben das hier früher aufgestanden wird als üblich. Um mich wieder ins rennen zu bringen gönnte ich mir erstmal einen doppelten Espresso. Gegen Mittag war es dann soweit, das Zimmer 345 war frei. Es war nur ein kurzer Moment in dem ich mein Zimmer wahrgenommen habe. Keine fünf Minuten später lag ich quer über dem King Size Bett um mein Schlafdefizit auszugleichen. Am späten Nachmittag war auch Frank endlich eingetroffen. Wir beschlossen erstmal gemeinsam das Jagd-Revier unter die Lupe zu nehmen, da das erste Bier leider erst ab sechs serviert wird. Dann erste Annäherungen an die emiratische Freizügigkeit - hört sich komisch an, ist aber so! Aber spätestens um drei ist schluss mit Lustig.

>meine Füße werden schwer
Nach einer kurzen Nacht, denn das Frühstück wartet nicht ewig, rafften wir uns wieder auf. Heute stand "Kultur" auf dem Plan. Das heist meistens viel laufen. Doch die Neugier und der Reiz des unbekannten lassen ein nicht ruhen. Schöne Fotos und bleibende Eindrücke sind der Lohn dafür. Abendessen im Souk Medinat Jumeira, des wohl größten synthetischen und aufwendigsten originalgetreu nachgemachten nie dagewesenen Schaubasars der Welt mit eingebautem Hotel. Grandiosester Ausblick über beleuchtete Windturm-Attrappen auf das Segel mit dem Schraubhuberlandeplatz. Danach stürzen wir uns wieder ins Nachtleben und holen Diverses nach.

>Straßen brauchen wir nicht
Die Entscheidung stand fest, heute holen wir uns einen fahrbaren Untersatz. Aber nicht irgendeinen denn wir sind ja in Dubai, da gibt es nichts "normales". Kurzentschlossen setzten wir Prioritäten und einigten uns auf einen mit viel Hubraum & Allradantrieb. Unser Ziel waren die Hatta Felsen Pools, einhundert Kilometer östlich von Dubai. Dank der sehr genauen Landkarte die uns zur Verfügung stand, waren wir besser damit bedient nach Kompas und Gefühl zu navigieren. Ok...wir haben die Pools nicht gefunden, dafür wissen wir jetzt aber was ein Geländewagen alles so aushalten kann. Die Wadis luden regelrecht dazu ein ,die Straße mal Straße sein zu lassen, den Allrad einzuschalten und einfach mal schauen was so geht. In einer Oase der Ruhe, dem Hatta Fort Hotel, genemigten wir uns und dem geschundenen Vehikels eine Pause bevor es wieder zurück ins turbolente Dubai geht. Nur noch ein kleiner Abstecher in die Sanddünen vor den Tore Dubais und der Tag verschwand langsam in der dunkelheit der Nacht, und wir im hell erleuchteten Nachtleben der City.

>Geduld ist eine Tugend
Nach dem ausgiebigen Frühstück entschieden wir uns den Jeep noch einen Tag länger zu quälen. Also die Pferde gesattelt und losgeritten. Leider war das alles einfacher gesagt als getan, denn unsere euphorie wurde schon bald von dem alltäglichen Dauerstau in Dubai ausgebremmst. Statt nach einer Stunde schön die Wüste zu durchpflügen, ging es nur im Schneckentempo vorran. Nach dem wir uns von dem Stau lösen konnten legten wir uns erstmal an den Strand, doch leider waren wegen des Windes nur einige Bikinis am Strand. Noch haben wir nicht das gefunden was wir wollten. Es wird immer schwieriger ein Stück Wüste zu finden das noch nicht begonnen wurde zu bebauen. Aber dann...Frank hat den richtigen Richer gehabt, und siehe da... mitten zwischen Strommasten und Gasleitungen ein schönes Stück Wüste, wie für uns geschaffen. Ein letztes mal kurz gestoppt- alle Räder zugeschaltet und los ging es. Wir sehen auch eine Karawane von diesen Alles-Inklusiv-Touren in der Ferne, doch sie flieht schnell. Der Rückweg gestalltete sich nicht anders als am Vormittag, wieder mal Stau. Es ist Wochenende - die Emirate haben ihres auf Freitag und Samstag umgestellt! Man kann sich sehr gut vorstellen was dann überall los ist. Wir waren nocheinmal zum Souk gefahren, überall die gleiche Antwort "keine Tische frei" nur mit fünfundvierzig Minuten Wartezeit. Doch mitten drin entdecken wir ein fast leeres Restaurant, als wir nach dem Grund fragten war es eine ganz klare Sache- kein Alkohol ausschank. Wir entschlossen uns dennoch da zu bleiben. Gesättigt gingen wir noch in das Trader- Vics, doch nach einer Weile reichte es uns nicht mehr und wir beschlossen weiter zu ziehen. An schlafen war noch längst nicht zu denken, denn es ist der letzte Abend in Dubai. Die letzte Nacht war nicht länger wie die davor, doch eins ist heute anders, Frank verschläft das Frühstück. Mit einem lachenden und weinenden Auge beginne ich meine Tasche zu packen und schreibe noch ein paar Postkarten. Beim Einsteigen in den Flieger sehen die Mädels noch normal aus, beim Aussteigen geht der Streß wieder los, Papa ist nahe dem Herzkapser, bloß unbehelligt raus hier. Die trostlose Mullah-Republik hat uns wieder. Parand, wir kommen. Jetzt erstmal Schlaf nachholen und trotzdem die Erinnerungen wachhalten.
Dubai /Freitag; 23.03.2007

im Kerzenschein
Schon am Nachmittag zog sich der Himmel immer mehr zu. Zum Feierabend, wir bogen gerade in die Straße nach Parand ein, da passierte es...Die Strassenlaternen gingen aus. Ringsrum alles dunkel, nur noch die Scheinwerfer von Mo`s Peugot leuchteten uns den Weg. In dem Moment wußten wir wieder "Strom ist Wasserlöslich". Der Wind peitschte durch die leeren Gassen von Parand. An unserem Apartment angekommen verschafften wir uns mit hilfe unserer Taschenlampen zutritt an der ersten Pforte.Im Innenhof schaltetet ich gewohnheitsgemäß die Beleuchtung an. Man mag es nicht Glauben aber genau in diesen Moment ward es wieder Licht. Freude strahlend schloss ich die Wohnungstür auf  legte meinen Rucksack ab und setzte mich geschafft vom Tag gemütlich in den "schlummer" Sessel. Nachdem ich mich vollkommen dem Sessel hingegeben habe kam die Ernüchterung. "Klack" machte es und wir saßen wieder im dunkeln. Ich war "froh" das ich mir die Taschenlampe genau in Reichweite hingelegt hatte.Denkste....!!! Zeillos tasten wir über den Tisch. Was man da alles so findet.... alles, außer die Taschenlampe! 
Langsam gewöhnten wir uns an die Dunkelheit und erkannten wieder schämenhafte Umrisse der Wohnung. Jetzt konnte ich auch gezielter nach meiner Taschenlampe tasten. Jetzt hatte ich sie endlich gefunden und schaltete sie auch im gleichen moment ein. Das grell weiße Licht der 3Watt LED, die ein Kollege aus Deutschland mitgebracht hatte, erhellte den Raum. Jetzt konnten wir uns auf die Suche nach den Kerzen machen. Hmmm die Kerzen hatten wir schnell gefunden, aber wo sind die Streichhölzer? Der erste Gedanke war "irgendwo müssen sie sein", gefolgt von dem zweiten Gedanken "die Putze ist schuld". Denn dieser Gedanke ist garnicht mal so abwägig. Ein kurzer Sprung in die Vergangenheit zeigt nämlich das wir schon des öfteren in die Wohnung kamen, uns gemütlich hingesetzt haben und dabei nach und nach Feststellen mußten das irgendwas anders war als am Morgen dieses Tages. Langsam hatten wir alles zusammen und konnten endlich das grelle Taschenlampenlicht ausschalten und bei Kerzenschein darauf warten das irgendwann der Strom wieder zugeschaltet wird. Man fragt sich berechtigt "was kann man in der zeit machen"? Die antwort ist so einfach wie simpel, man kann NICHTS machen! Um ein Buch zu lesen ist es doch zu dunkel und die Tatsache das ganz Parnad dunkel war lies nicht wirklich viele Möglichkeiten offen. Ich saß also in meinen Sessel und schaute auf das flackernde Kerzenlicht. Es strahlte so eine Ruhe aus das ich , nachdem Dominik telefonieren gegangen war eingenickt sein muss. Nach zwei Kerzenlängen, was ungefähr zweieinhalb Stunden entsprach, wurde ich unsanft aus meinen Schlaf gerissen. Nachdem wieder Strom durch die Leitungen floss. Der Kühlschrank fing wieder munter an zu brummen, die Heizung konnte wieder die arbeit aufnehmen und das wichtigste war, wir hatten wieder warmes Wasser um abzuwaschen. Nachdem wir uns auch noch satt gegesssen hatten entschlossen wir uns den Abend damit zu verbringen, eingige Folgen "Sopranos" anzuschauen. So ging auch dieser tag langsam dem Ende entgegen wer weis was uns morgen erwartet.
Parand /Sonntag; 25.02.2007